Update vom 14. August 2026: Auch das Stilfserjoch stellt ein, ab dem 15. August und bis auf Weiteres. Damit ist die Frage im Titel beantwortet, und zwar anders als beim Schreiben gedacht: nirgends. Zum ersten Mal läuft in den Alpen kein Sommerskibetrieb mehr. Alles zur Meldung →

Update vom 6. August 2026: Auch Saas-Fee stellt ein. Letzter Betriebstag ist der 9. August, ab dem 10. August steht der Feegletscher still. Damit bleibt in den Alpen nur noch das Stilfserjoch. Die Tabelle unten ist entsprechend angepasst. Alles zur Meldung →

Update vom 31. Juli 2026: Die Zermatt Bergbahnen haben den Sommerskibetrieb auf dem Theodulgletscher eingestellt: zu warm, keine Nachtabkühlung, veränderte Gletscherverhältnisse. Ein Wiedereröffnungsdatum gibt es nicht. Die Tabelle unten ist entsprechend angepasst. Alle Hintergründe im Beitrag dazu →

Dieser Beitrag entstand am 22. Juli, als in den Alpen noch drei Gebiete Sommerski anboten. Innerhalb von vier Wochen sind alle drei ausgefallen. Wir lassen ihn stehen, weil die Chronologie das Tempo zeigt, aber die Antwort auf die Titelfrage lautet seit dem 15. August: nirgends.

Die Adressen für den August

GebietLandHöhe SkibetriebSommerbetrieb 2026
Stilfserjoch / Passo dello StelvioITbis ~3450 mseit 15. August eingestellt
Saas-FeeCHbis 3500 mletzter Tag 9. August
Zermatt – MatterhornCHbis 3883 mseit 31. Juli eingestellt

Zermatt war bis Ende Juli das grösste und höchste Sommerskigebiet Europas: Auf dem Theodulgletscher unterhalb des Klein Matterhorn waren je nach Bedingungen rund 10 bis 20 Pistenkilometer offen. Seit dem 31. Juli steht der Betrieb still, die Lage wird täglich neu beurteilt. Die Teams von Swiss-Ski dürfen weiterhin trainieren.

Das Stilfserjoch ist der Klassiker unter den reinen Sommerskigebieten: kein Winterbetrieb, dafür Ski von Ende Mai bis Anfang November auf dem Passgletscher. Die Saison lief offiziell vom 30. Mai bis 1. November 2026, endete faktisch aber am 14. August. Die S.I.F.A.S. nennt anhaltende Hitzewellen, fehlende nächtliche Abkühlung und häufige Gewitter; die Seilbahn auf den Gletscher fährt weiter.

Saas-Fee ist Mitte Juli in die Gletschersaison gestartet und stellt sie am 9. August wieder ein. Das Plateau auf 3500 m ist DAS Herbst-Trainingsmekka der Alpen – im August gehört es noch den Frühaufstehern und Teams, ab September wird es voll.

Warum Saas-Fee und das Stilfserjoch länger durchgehalten haben als das höhere Zermatt, erklärt unser Vergleich der drei Gebiete.

Und Hintertux? Der Tiroler Gletscher, jahrzehntelang als «365-Tage-Skigebiet» vermarktet, legt im Sommer 2026 eine Betriebspause ein – zu wenig Nachfrage, zu aggressive Schmelze. Ein Zeichen der Zeit.

Die Regeln des Sommerskis

  • Früh aufstehen. Der Firn ist morgens hart und schnell; ab Mittag wird die Piste weich und sulzig. Die Bergbahnen fahren entsprechend früh – in Zermatt und Saas-Fee ist am frühen Nachmittag Schluss.
  • Bedingungen checken. Nach warmen Nächten oder Regen kann der Betrieb kurzfristig eingeschränkt sein. Immer am Vorabend den Pistenbericht des Gebiets prüfen.
  • Sonnenschutz ernst nehmen. Auf 3500 m reflektiert der Schnee die Augustsonne gnadenlos. Faktor 50, Brille, Lippenschutz.
  • Auf der Piste bleiben. Neben der Piste ist der Gletscher spaltig – im Sommer mehr denn je.

Ehrlich gesagt

Der Hitzesommer 2026 setzt den Gletschern früh und heftig zu – die Schneereserven des Winters waren laut GLAMOS bereits Ende Juni aufgebraucht (mehr dazu in unserer Gletscher-Analyse). Der Stopp in Zermatt Ende Juli zeigt, wie schnell aus «dünnem Angebot» ein Ausfall wird. Wer beim Erscheinen dieses Beitrags noch August-Schwünge plante, hatte drei Adressen. Vier Wochen später ist keine mehr übrig. Wie sich dieser Sommer gegen das Rekordjahr 2022 einordnet, steht in unserem Vergleich der beiden Jahre.


Quellen: Zermatt Bergbahnen, S.I.F.A.S. (Stilfserjoch), Saastal Bergbahnen, GLAMOS/ETH Zürich. Saisondaten wetterabhängig – massgeblich sind die Angaben der Gebiete.