Es ist die Nachricht, die diesen Hitzesommer auf den Punkt bringt: Die Zermatt Bergbahnen haben am 31. Juli 2026 den Sommerskibetrieb auf dem Theodulgletscher eingestellt. Damit steht das Skigelände jenes Gebiets still, das sich seit Jahrzehnten als einziges ganzjährig geöffnetes Skigebiet der Schweiz versteht.

Was die Bergbahnen angeben

Als Gründe nennt das Unternehmen ein Bündel von Faktoren, das über eine einzelne Hitzespitze hinausgeht:

  • anhaltend hohe Temperaturen über mehrere Wochen
  • fehlende Nachtabkühlung, dadurch keine nächtliche Verfestigung der Schneedecke
  • wiederholte Gewitter
  • veränderte Schnee- und Gletscherverhältnisse auf dem Theodulgletscher

CEO Martin Hug betont, die Sicherheit von Gästen und Mitarbeitenden habe oberste Priorität; wenn die Anforderungen an einen sicheren Betrieb nicht erfüllt seien, werde der Betrieb den natürlichen Verhältnissen angepasst.

Ein Wiedereröffnungsdatum gibt es nicht. Die Lage wird täglich neu beurteilt, sobald Temperaturen und Wetter es zulassen, soll der Betrieb wieder aufgenommen werden. Für die Teams von Swiss-Ski bleibt das Training auf dem Gletscher weiterhin möglich.

Warum das mehr ist als eine Hitzepause

Für den Skibetrieb auf dem Gletscher zählt nicht die Lufttemperatur am Gipfel, sondern ob eine tragfähige Schneeauflage auf dem Eis liegt. Genau hier setzt die fehlende Nachtabkühlung an: Ohne Frost in der Nacht bleibt der Schnee weich, die Piste lässt sich nicht mehr sicher präparieren, und darunter kommt blankes Eis mit offenen Spalten zum Vorschein.

Der Sommer 2026 hat diese Entwicklung früh angelegt. Der Gletscherschwundtag fiel dieses Jahr auf den 29. Juni, fast so früh wie im Rekordjahr 2022 (26. Juni). Seit diesem Datum verlieren die Schweizer Gletscher nicht mehr Winterschnee, sondern Substanz. Ende Juni wurden selbst auf der Dufourspitze auf 4634 Metern Plusgrade gemessen.

Damit wiederholt sich ein Muster, das wir in der Analyse zum Kollaps-Sommer 2022 beschrieben haben: Damals pausierte Zermatt rund 50 Tage, das Stilfserjoch stand zwei Monate still. Was 2022 noch als Ausnahme galt, wird zur wiederkehrenden Realität.

Wo jetzt noch Sommerski möglich ist

Mit dem Ausfall von Zermatt bleiben im Alpenraum vorerst zwei Adressen:

GebietLandHöheStatus
Stilfserjoch / Passo dello StelvioITbis ~3450 mSommerbetrieb bis Anfang November
Saas-FeeCHbis 3500 mab 10. August ebenfalls eingestellt
ZermattCHbis 3883 mvorerst eingestellt

Warum ausgerechnet diese beiden weiterfahren, obwohl beide tiefer liegen als Zermatt, haben wir im Vergleich der drei Gebiete auseinandergenommen. Und ob die Nachtabkühlung bald zurückkommt, steht im Wetterausblick für die nächsten 14 Tage.

Wer in den kommenden Tagen Sommerski plant, sollte den Betriebsstatus unbedingt am Vortag prüfen: Beide verbliebenen Gebiete stehen unter demselben Wetterdruck wie Zermatt. Unsere laufend gepflegte Übersicht steht in der Sommerski-Rubrik.

Einordnung

Zermatt ist mit einem Skigelände bis 3883 Meter der höchstgelegene Standort der Alpen. Wenn ausgerechnet dort der Sommerbetrieb stoppt, ist das kein lokales Wetterproblem, sondern ein Signal: Höhe allein schützt nicht mehr. Entscheidend ist, ob die Schneeauflage den Sommer übersteht, und diese Bedingung erfüllen von Jahr zu Jahr weniger Standorte.

Die Chronik der eingestellten Sommerskigebiete zeigt, wie dieser Weg in der Regel verläuft: erst einzelne Pausen, dann kürzere Saisons, irgendwann das endgültige Aus. Ob Zermatt diese Saison nochmals öffnet, entscheidet das Wetter der nächsten Wochen.

Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald die Bergbahnen den Betrieb wieder aufnehmen.


Quellen: Mitteilung der Zermatt Bergbahnen vom 31. Juli 2026, Berichterstattung von watson, Blick, Nau und Der Bund; GLAMOS/ETH Zürich zum Gletscherschwundtag 2026.