❄️ Saison 2026/27 · Stand 18. August 2026

Wie wird der Winter 2026/27?

Die kurze Antwort

Niemand weiss es, und wer im August etwas anderes behauptet, verkauft dir etwas. Was sich seriös sagen lässt: Die Saison startet im Oktober auf den Gletschern, die grossen Gebiete folgen im November, die überwiegende Mehrheit macht im Dezember auf. Alles darüber hinaus ist eine Wahrscheinlichkeit, keine Vorhersage.

Was heute tatsächlich bekannt ist

El Niño läuft kräftig. Der wöchentliche Niño-3.4-Index stand am 20. Juli 2026 bei +2,1 °C. Die US-Klimabehörde NOAA gab dem Ereignis in ihrer Lagebeurteilung vom 9. Juli 2026 eine Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent, bis ins Frühjahr 2027 anzuhalten, und bezifferte die Chance auf ein sehr starkes Ereignis zwischen Oktober und Dezember 2026 auf 81 Prozent.

18 Gebiete haben einen Starttermin genannt. Der früheste ist Engelberg-Titlis am 10. Oktober 2026. Alle Oktober-Starter haben eines gemeinsam: einen Gletscher.

Was daraus für die Alpen folgt: sehr wenig. Die Begründung steht im nächsten Abschnitt, ausführlich im Beitrag zur Prognose.

Warum eine Alpenprognose im August wenig taugt

Was den Alpenschnee steuert, ist die Nordatlantische Oszillation, also die Druckverteilung zwischen Island und den Azoren. Eine positive NAO schiebt feuchte Atlantikluft über Europa, eine negative lässt Hochdruck über den Alpen sitzen und trocknet sie aus. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Winter ist im Wesentlichen dieser.

Und die NAO lässt sich Monate im Voraus nicht vorhersagen. Nicht weil die Meteorologie es nicht versuchte, sondern weil sie eine chaotische Grösse ist, deren Vorhersagbarkeit nach rund zwei Wochen endet. Wer dir im August einen Alpenwinter anbietet, sagt entweder etwas anderes vorher oder gar nichts.

Das Signal aus dem Pazifik, das man Monate im Voraus sieht, El Niño, erreicht Europa nur stark verwässert. Statistische Zusammenhänge gibt es, starke El-Niño-Winter zeigen in Mitteleuropa eine leichte Tendenz zu einem kalten Spätwinter, aber sie sind schwach und unzuverlässig. Was El Niño zuverlässig tut, ist das globale Temperaturniveau anheben. In einer ohnehin rekordwarmen Periode steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass Niederschlag in tiefen Lagen als Regen statt als Schnee ankommt.

Das ist der ehrliche Stand: Die Höhe ist die einzige Grösse, die sich vorher prüfen lässt. Alles andere ist zuschauen und abwarten.

Die vier Zahlen, auf die es stattdessen ankommt

Zahl Was sie sagt Ab wann aussagekräftig Wo nachschauen
NAO (Nordatlantische Oszillation) Die Druckverteilung zwischen Island und den Azoren. Sie entscheidet, ob die Westlage feuchte Luft in die Alpen schiebt oder ob Hochdruck sie austrocknet. Der mit Abstand wichtigste Faktor für Alpenschnee. Wenige Tage bis maximal zwei Wochen im Voraus. Monate vorher praktisch nicht. MeteoSchweiz, NOAA Climate Prediction Center
Niño-3.4-Index (ENSO) Die Meerestemperatur im tropischen Pazifik. Gut belegt für Nordamerika und die Tropen, für Europa nur schwach und indirekt wirksam. Monate im Voraus bekannt, aber für die Alpen nur ein schwaches Signal. NOAA, monatliche Lagebeurteilung
Schneehöhe an den SLF-Stationen Was tatsächlich liegt, gemessen und nicht beworben. Die einzige Zahl in dieser Tabelle, die keine Prognose ist. Ab Mitte November, mit jedem Tag aussagekräftiger. Unser Schneebericht
Angekündigte Saisonstarts Was die Bergbahnen selbst planen. Eine Absichtserklärung, keine Zusage, aber die konkreteste Zahl, die es im Sommer gibt. Ab August für die grossen Gebiete, ab Oktober für den Rest. Unsere Öffnungszeiten-Seite

Was sich jetzt sinnvoll tun lässt

Was sich hier geändert hat

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