Anfang August steht in den Alpen so wenig Sommerski zur Verfügung wie selten: Zermatt hat den Betrieb auf dem Theodulgletscher Ende Juli eingestellt, Saas-Fee folgt am 10. August, übrig bleibt das Stilfserjoch. Wer jetzt richtig Winter will, muss auf die andere Erdhälfte. Dort läuft die Saison auf dem Höhepunkt – allerdings mit extrem unterschiedlichen Vorzeichen.

Anden: Ausnahmewinter

Chile und Argentinien haben den mit Abstand besten Winter der drei Regionen. Ursache ist der Rekordsturm von Mitte Juli, der in Portillo allein zwischen dem 15. und 23. Juli rund fünf Meter Schnee ablud.

GebietLandLage Ende Juli 2026
PortilloChilerund 6 m Saisonsumme, 270 cm auf der Plateau-Abfahrt
Valle NevadoChilealle 13 Anlagen, 44 von 45 Abfahrten offen
CorralcoChile205 cm Gipfel, 115 cm Basis
Nevados de ChillánChileHauptbetrieb seit 18. Juli, dazu Nachtskifahren
Las LeñasArgentinien230 cm Gipfel, 120 cm Mitte, 80 cm Basis
Cerro CatedralArgentinien30 bis 40 cm Neuschnee in den oberen Sektoren
Cerro CastorArgentinienbreites Angebot offen, Snowpark in Betrieb

Wichtig für die Planung: Der Grenzpass Cristo Redentor zwischen Santiago und Mendoza war bis mindestens 5. August gesperrt, und einzelne Zufahrten sind nur mit Schneeketten befahrbar. Wer dorthin reist, prüft die Strassenlage besser täglich.

Australien: dünn, aber befahrbar

In den Snowy Mountains und in Victoria sieht es deutlich magerer aus. Ende Juli herrschte dort trockenes, sonniges Wetter mit Tageshöchstwerten um 10 Grad. Immerhin waren die Nächte kalt genug für Beschneiung, und genau davon lebt die Saison derzeit.

Thredbo rund 30 Prozent des Geländes
~15 km
Perisher 30 bis 50 cm Schneehöhe
~10 km
Falls Creek
~10 km
Befahrbare Pistenkilometer in den australischen Gebieten Ende Juli 2026. Perisher fährt dafür mit rund 200 Schneekanonen. Quelle: snow-forecast.com, Angaben der Gebiete.

Das ist Betrieb, aber keine Traumsaison. Wer nach Australien fährt, hält sich besser an die hochgelegenen Sektoren, also die oberen Bereiche von Perisher, Eagles Nest in Thredbo oder Hotham.

Neuseeland: solide

Neuseeland liegt dazwischen und hat Ende Juli am deutlichsten zugelegt. Die meisten Gebiete waren zu 60 bis 100 Prozent offen, dazu kam laufend Nachschub: wenige Zentimeter in den Southern Lakes, 5 bis 15 cm in Canterbury und bis zu 15 bis 30 cm am Ruapehu.

Was heisst das für eine Reise?

Nüchtern betrachtet:

  • Beste Schneelage: Chile, mit Abstand. Dafür ist die Infrastruktur nach dem Unwetter noch angeschlagen.
  • Beste Planbarkeit: Neuseeland. Solide Basis, geordneter Betrieb, kurze Wege zwischen den Gebieten.
  • Australien: funktioniert, lebt aber stark von der Beschneiung. Höhe wählen.

Die Südsaison läuft je nach Gebiet noch bis Ende September, in einzelnen Anden-Gebieten mit dieser Schneedecke womöglich länger. Wir aktualisieren diesen Überblick, wenn sich die Lage deutlich ändert.


Quellen: snow-forecast.com (Südhalbkugel-Wochenberichte), The Ski Guru (Lagebericht Anden, 30. Juli 2026), SnowBrains, Angaben der genannten Skigebiete. Schneehöhen sind Momentaufnahmen von Ende Juli 2026 und veralten schnell – vor der Reise beim Gebiet selbst prüfen.