Die Frage wird meistens falsch gestellt. Sie lautet nicht «mieten oder kaufen», sondern «wie viele Tage, und wie verteilt». Denn Mietpreise sind gestaffelt, und diese Staffelung ist steiler, als die meisten annehmen.
Was Mieten kostet
Aus der Preisliste eines Schweizer Verleihnetzes, Stand August 2026:
| 1 Tag | 7 Tage | 7 Tage zum Tagespreis wären | |
|---|---|---|---|
| Ski-Set Economy (Ski, Bindung, Schuhe) | CHF 69 | CHF 293 | 483 |
| Ski-Set Premium | CHF 88 | CHF 374 | 616 |
| nur Ski Economy | CHF 45 | CHF 191 | 315 |
| nur Skischuhe Economy | CHF 24 | CHF 102 | 168 |
| Helm | CHF 12 | CHF 45 | 84 |
Die Woche kostet also nicht das Siebenfache des Tages, sondern etwa das Vierfache. Ein Miettag im Wochenpaket kommt auf rund 42 Franken statt 69.
Genau hier liegt die Antwort auf die Ausgangsfrage.
Die Rechnung
Ein brauchbares eigenes Set für Einsteiger und Fortgeschrittene, also Ski mit Bindung, Schuhe, Stöcke und Helm, liegt neu je nach Marke und Modelljahr grob zwischen 600 und 1400 Franken. Wir rechnen mit drei Stufen, weil die Antwort stark davon abhängt, wie viel Sie ausgeben.
Daraus die kurze Fassung:
Mieten Sie, wenn Sie ein- oder zweimal pro Winter eine Skiwoche machen. Sieben Tage Economy kosten 293 Franken. Selbst über drei Winter sind das unter 900 Franken, und Sie fahren jedes Jahr auf frisch gewartetem, aktuellem Material.
Kaufen Sie, wenn Sie über den Winter verteilt viele einzelne Tage fahren. Zehn Tagesausflüge kosten im Verleih 690 Franken, und dafür bekommt man ein eigenes Set. Ab dem zweiten Winter fahren Sie praktisch gratis.
Der Grenzfall ist die eine Woche plus ein paar Tage. Da lohnt sich oft eine Mischung, und dazu gleich mehr.
Was in der Break-even-Rechnung fehlt
Drei Posten, die den Kauf teurer machen, als er aussieht:
- Service. Kanten schleifen und wachsen kostet 40 bis 80 Franken pro Saison, wenn man es machen lässt. Mietmaterial kommt gewartet.
- Wertverlust und Alterung. Skischuhe verlieren nach etwa fünf Jahren ihre Dämpfung, auch ungefahren. Bindungen brauchen periodisch eine Kontrolle.
- Transport. Wer ohne Auto anreist, schleppt seine Ausrüstung durch zwei Bahnhöfe und zweimal Umsteigen. Das ist der Grund, warum die Rechnung für Zugreisende oft anders ausfällt, als die Zahlen nahelegen.
Und zwei, die den Kauf günstiger machen:
- Gebraucht. Ein Vorjahresmodell oder ein Occasionsski kostet die Hälfte und verschiebt den Break-even auf vier bis sechs Tage.
- Passform. Eigene, angepasste Schuhe sind der grösste Komfortgewinn überhaupt, und den kann kein Verleih liefern.
Die Empfehlung, die fast immer stimmt
Wenn Sie nur eine Sache kaufen: die Skischuhe.
Der Grund ist nicht das Geld, sondern die Passform. Der Schuh entscheidet über Kontrolle und darüber, ob der Nachmittag Freude macht oder wehtut. Mietschuhe sind auf Durchschnittsfüsse ausgelegt und wurden von hundert Leuten vor Ihnen ausgetreten.
Eigene Schuhe kosten neu grob 250 bis 500 Franken und halten fünf bis acht Saisons. Gemietet kosten sie 24 Franken am Tag oder 102 in der Woche. Wer zwei Wochen pro Winter fährt, hat sie nach etwa zwei Wintern drin.
Die Ski selbst mieten Sie dann weiter, und zwar mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass Sie jedes Jahr etwas anderes ausprobieren können. Nur Ski Economy kostet 45 Franken am Tag oder 191 in der Woche.
Den Helm sollten Sie ebenfalls besitzen. Er kostet ab rund 80 Franken, im Verleih 12 am Tag, und nach einem Sturz auf den Kopf gehört er ersetzt. Bei einem Mietheim weiss man nicht, ob das je passiert ist.
Wo man mietet
Drei Wege, mit ihren Unterschieden.
Im Skigebiet, an der Talstation. Der Normalfall und meistens der richtige. Sie tragen nichts, Sie können am Morgen tauschen, wenn der Ski nicht passt, und bei Problemen sind Sie in zehn Minuten zurück im Laden. Dafür der höchste Preis.
Im Tal oder im Dorf vor dem Lift. Oft ein paar Franken günstiger als direkt an der Bahn, dafür müssen Sie das Material zur Talstation bringen. Lohnt sich bei längeren Aufenthalten.
Am Wohnort, vor der Abreise. Deutlich günstiger, vor allem bei den Ketten, und bei Wochenpaketen der beste Preis. Aber Sie transportieren alles selbst, und wenn der Schuh am zweiten Tag drückt, sind Sie 150 Kilometer vom Laden entfernt. Für Zugreisende ist das der schlechteste Weg.
Online reservieren lohnt sich fast immer. Die Verleiher geben auf Vorausbuchungen üblicherweise einen Rabatt, und in den Ferienwochen ist am Morgen um neun die Schlange lang und die Auswahl klein.
Was Sie beim Abholen prüfen sollten
- Die Bindungseinstellung. Sie wird nach Gewicht, Grösse, Schuhsohlenlänge und Fahrkönnen eingestellt. Sagen Sie ehrlich, wie gut Sie fahren; wer sich besser macht, bekommt eine härtere Einstellung, und die löst im Sturz nicht aus.
- Den Schuh im Laden zwanzig Minuten anlassen. Druckstellen zeigen sich nicht in zwei Minuten. Ein Schuh, der im Laden schon drückt, wird auf dem Berg nicht besser.
- Die Kanten. Fahren Sie mit dem Fingernagel quer über die Kante. Wenn nichts abgeschabt wird, ist der Ski stumpf, und auf harter Piste rutschen Sie damit.
- Ob der Helm dabei ist. Er ist in vielen Sets nicht enthalten und kostet extra.
Und der Skitag drumherum
Die Ausrüstung ist nur ein Posten. Was ein Skitag insgesamt kostet, mit Anreise, Pass und Verpflegung, haben wir separat durchgerechnet: Was kostet ein Skitag wirklich.
Quellen und Vorbehalte
- Verleihpreise: Preisliste des INTERSPORT Rent Network Schweiz, abgerufen im August 2026, inklusive Mehrwertsteuer. Die Preise variieren zwischen den Standorten, das ist eine Netzpreisliste und kein landesweiter Einheitstarif.
- Kaufpreise: Die Spanne von 600 bis 1400 Franken für ein komplettes Set ist eine Einordnung aus üblichen Einsteiger- und Mittelklassepreisen, kein erhobener Datensatz. Wir nennen deshalb drei Stufen statt einer Zahl, damit Sie Ihren eigenen Preis einsetzen können. Die Formel ist simpel: Kaufpreis geteilt durch 69 ergibt die Anzahl Skitage bis zum Break-even gegen Tagesmiete, geteilt durch 42 gegen Wochenmiete.
- Servicekosten und Lebensdauer sind Erfahrungswerte aus der Branche und keine gemessenen Zahlen. Wir schreiben sie als Grössenordnung, nicht als Preis.