Der Magic Pass ist das erfolgreichste Schweizer Skiabo der letzten zehn Jahre. Er hat angefangen als Zusammenschluss einiger Waadtländer und Walliser Gebiete und deckt inzwischen 95 Stationen. Die Frage, die im Herbst regelmässig gestellt wird, lautet: Lohnt sich das?
Die Antwort hängt an einer einzigen Zahl, und die steht in keiner Werbung: Wie viele Skitage machst du pro Winter?
Wir haben die Rechnung mit unserem eigenen Datensatz gemacht, also mit den Tageskartenpreisen der Gebiete, die tatsächlich im Pass sind. Das Ergebnis ist weniger eindeutig, als beide Lager behaupten.
Was er kostet
Der Preis ist keine feste Zahl, sondern eine Treppe. Sie steigt, je näher die Saison rückt.
| Zeitpunkt | Preis Erwachsene |
|---|---|
| Vorverkaufsstart 10. März 2026 | CHF 419 |
| Stand August 2026 | CHF 482 |
| Regulärer Preis | CHF 944 |
| Kinder (Jahrgang 2011 bis 2020) | CHF 282 |
Die Saison läuft vom 1. Mai 2026 bis zum 30. April 2027, Sommerbetrieb inbegriffen. Wer im März kauft, zahlt gut die Hälfte des regulären Preises. Das ist kein Rabatt, sondern das eigentliche Geschäftsmodell: Der Pass wird verkauft, lange bevor irgendjemand weiss, wie der Winter wird.
Die Rechnung
Von den 95 Stationen sind 34 in unserem Datensatz. Der Rest sind Kleinstanlagen mit ein bis zwei Liften, Thermalbäder und einige französische und italienische Gebiete, die wir nicht führen.
Für diese 34 liegt die Tageskarte im Median bei 52 Franken, im Schnitt bei 54.56. Daraus folgt direkt:
Zehn Skitage. Das ist die Zahl, um die es geht.
Zum Vergleich: Wer in der Schweiz Ski fährt, kommt laut Branchenschätzungen im Schnitt auf fünf bis sieben Tage pro Saison. Für diese Person rechnet sich der Pass nicht, jedenfalls nicht auf dem Papier.
Der Haken, über den kaum jemand schreibt
Die Break-even-Rechnung setzt voraus, dass du dieselben Gebiete fährst wie ohne Pass. Genau das stimmt meistens nicht, und zwar aus einem einfachen Grund:
| # | Gebiet | Pisten-km | Im Pass |
|---|---|---|---|
| 1 | Champéry / Portes du Soleil | 600 | nein |
| 2 | Verbier / 4 Vallées | 410 | nein |
| 3 | Zermatt | 360 | nein |
| 4 | Davos Klosters | 300 | nein |
| 5 | Samnaun / Silvretta Arena | 239 | nein |
| 6 | Arosa Lenzerheide | 225 | nein |
| 7 | LAAX | 224 | nein |
| 8 | Adelboden-Lenk | 210 | nein |
| 9 | Gstaad inkl. Glacier 3000 | 200 | ja |
| 10 | St. Moritz Corviglia | 155 | nein |
| 11 | Crans-Montana | 140 | nein |
| 12 | Villars-Gryon-Diablerets | 125 | ja |
Das ist keine Kritik am Pass, sondern seine Bauart. Der Magic Pass ist ein Bündnis der kleinen und mittleren Gebiete gegen die grossen. Genau deshalb gibt es ihn.
Man sieht es auch am Preisniveau: Die Tageskarte kostet in den Pass-Gebieten im Median 52 Franken, in den Gebieten ausserhalb 60. Die teuren Adressen sind nicht dabei, und sie werden es nicht werden.
Wann er sich lohnt und wann nicht
Damit lässt sich die Frage präzise beantworten, und die Antwort hat wenig mit Rechnen zu tun.
Er lohnt sich nicht, wenn dein Winter aus einer Skiwoche in Zermatt, Davos oder LAAX besteht. Keines dieser Gebiete ist im Pass. Du kaufst dann ein Abo für Gebiete, in die du ohnehin nicht fährst, und zahlst die Woche trotzdem separat.
Er lohnt sich, wenn du in Reichweite mehrerer Pass-Gebiete wohnst und regelmässig für einen halben Tag hochfährst. Der Pass verändert dann nicht deine Kosten, sondern dein Verhalten: Der zwölfte Skitag kostet nichts mehr, also fährst du auch bei mittelmässigen Verhältnissen los. Genau darauf ist er gebaut.
Ein Sonderfall ist Saas-Fee. Es ist mit 87 Franken die teuerste Tageskarte im Pass und hat als einziges Gletschergebiet auch im Sommer offen. Wer nur dorthin fährt, ist beim aktuellen Preis nach sechs Tagen im Plus.
Was in der Rechnung nicht steht
Drei Dinge, die wir bewusst nicht eingepreist haben, weil sie sich nicht seriös beziffern lassen:
- Die Anreise. Bei einem Tagesausflug ist sie oft der grössere Posten als das Ticket. Ab dem 1. November 2026 sind fünf ÖV-Tagesfahrten im Pass enthalten, was diesen Posten für fünf Tage deckt. Wie viel eine Anreise kostet, hängt vom Wohnort ab; unsere Fahrzeiten ab Zürich, Bern, Basel und Genf geben einen Anhaltspunkt.
- Das Wetter. Ein Pass ist eine Wette auf den Winter, abgeschlossen im März. Fällt der Winter aus, verlierst du sie. Bei Einzelkarten entscheidest du am Morgen.
- Der Sommer. 53 Sommerdestinationen sind inbegriffen. Wer wandert oder bikt, holt einen Teil des Preises ausserhalb der Skisaison zurück, und diese Tage tauchen in keiner Skitag-Rechnung auf.
Die kurze Antwort
Der Magic Pass ist kein Rabatt auf das Skifahren, das du ohnehin machst. Er ist eine Wette darauf, dass du anders Ski fährst: öfter, näher, in kleineren Gebieten.
Wer mehr als zehn Tage in Pass-Gebieten fährt, spart. Wer weniger fährt, zahlt drauf, es sei denn, der Pass bringt ihn dazu, öfter loszufahren. Das ist keine Ausrede der Anbieter, sondern der eigentliche Effekt, und wer ehrlich mit sich ist, weiss vorher, in welche Gruppe er gehört.
Alle 34 Gebiete im Überblick
Diese Gebiete aus unserem Datensatz sind im Magic Pass, sortiert nach Grösse. Zusammen sind es rund 1576 Pistenkilometer.
Gstaad inkl. Glacier 3000 (200 km), Villars-Gryon-Diablerets (125), Grimentz-Zinal (106), Saas-Fee (100), Saint-Luc / Chandolin (75), Meiringen-Hasliberg (60), Leysin (60), Anzère (58), Leukerbad Torrent (50), Sörenberg (50), Belalp Blatten (44,8), Villars-Gryon nur CH-Teil (44), Evolène (42), Les Mosses / La Lécherette (40), Klewenalp-Stockhütte (40), Lauchernalp Lötschental (40), Vercorin (35), Melchsee-Frutt (32), Charmey (30), Moléson (30), Jaun (30), Ovronnaz (30), La Robella Val-de-Travers (30), Les Bugnenets-Savagnières (30), Schwarzsee Kaiseregg (28), Moosalp Bürchen/Törbel (25), Les Marécottes (25), Rosswald (20), Wiriehorn Diemtigtal (20), Nax Mont-Noble (20), Marbach Marbachegg (15), Visperterminen Giw (15), Sattel-Hochstuckli (14), Arolla (12).
Quellen und Vorbehalte
- Preise und Stationsliste: magicpass.ch, abgerufen am 13. August 2026. Der Preis ändert sich stufenweise, die 482 Franken sind der Stand dieses Tages.
- Tageskartenpreise: eigener Datensatz, Richtwerte für Erwachsene in der Hauptsaison. Mehrere Gebiete arbeiten inzwischen mit dynamischen Preisen, ein einzelner Betrag ist dort eine Näherung.
- Die Zuordnung der Stationen zu unseren Gebieten haben wir von Hand gemacht, nicht automatisch. Das ist kein Übereifer: Ein Abgleich nach Namensähnlichkeit zieht Saas-Almagell und Saas-Grund zusammen, ebenso Sattel-Hochstuckli und Hoch-Ybrig sowie Saint-Luc und Saint-Cergue, die 150 Kilometer auseinanderliegen. Alle vier Fehler sind uns beim ersten Durchgang tatsächlich passiert.
- Nicht im Pass, obwohl der Name das nahelegt: Hoch-Ybrig und Saas-Grund / Hohsaas.